Zehnte Rauhnacht - Eingebung, Verbindung

Die gute Fee von Margrit Hertlein 

 

Jahrein, jahraus ging ein Mensch seinen alltäglichen Weg zur Arbeit. Die Strasse wandelte sich im Laufe der Zeit. Nach einem Regenguss war sie nass und glänzend, im Sommer trocken und staubig. Auch die Bäume änderten sich mit der Zeit, im Frühjahr mit Blüten übersät, im Sommer mit schimmerndem Laub, im Herbst voll prachtvoller Früchte und kahl im Winter. Und manche dieser Veränderungen sah unser Mensch schon nicht mehr.

 

Aber eines Tages sah er auf seinem alltäglichen Weg ein neues Geschäft. Sein Blick wurde magisch angezogen von dem Werbeschild: "Wir erfüllen Ihre Wünsche!"

 

Kurz entschlossen ging er in den Laden und sah ganz am Ende, zwischen schönen Holzregalen und Grünpflanzen, eine Ladentheke, hinter der eine rothaarige Frau stand. Vorsichtig näherte er sich der Theke und fragte die Frau, wie denn das Werbeschild vor der Türe zu verstehen sei. "So, wie's draufsteht", sagte sie und lächelte.

 

Er fragte noch einmal, ob den tatsächlich seine Wünsche erfüllt würden? Und wieder lächelte sie verschmitzt und sagte: "Aber natürlich."

 

Da fasste sich dieser Mensch ein Herz und wünsche sich Erfolg im Beruf, persönliche Weiterentwicklung und Zufriedenheit. Nach einer kleinen Weile legte sie den Kassenzettel und drei kleine Tütchen auf den Tresen. Er gab ihr das Geld und nahm die Tütchen immer noch etwas verwundert in die Hand.

 

Auf dem Weg zum Ausgang riss er dann neugierig seine Wunschtütchen auf, sah hinein und drehte sich enttäuscht zu der Frau um. "Da sind ja nur Samen drin", beschwerte er sich.

 

"Aber sicher", hörte er da, "ich verkaufe nur Samen. Für die Pflege, das Giessen, das Umtopfen, das Düngen, die Ernte und das Geniessen sind Sie schon selbst verantwortlich."

 

 

 

Empfehlung Räucheressenzen: Alant, Wachholder, Kornblume, Holunder, Angelika

 

Bild: Concarneau, Bretagne, Frankreich