Die Farbe des Baumes – Gedanken zum Jahresende

Ein Mönch ging mit einem kleinen Mädchen durch den Wald.

Das Mädchen fragte:

„Lieber Mönch, sage mir, welche Farbe hat dieser Baum?“

Der Mönch antwortete:

„Er hat die Farbe, die du siehst.“

Anonyme Parabel

 

 

Die Antwort ist schlicht, und doch trägt sie grosse Weisheit in sich. Der Mönch erinnert uns daran: Die Welt erscheint uns so, wie wir sie betrachten. Der Baum bleibt derselbe, doch er leuchtet in den Farben, die unsere Augen ihm schenken.

 

Diese Geschichte hat mich inspiriert, und ich möchte sie zum Übergang ins neue Jahr mit euch teilen. Sie ist für mich ein Sinnbild dafür, dass wir mehr in der Hand haben, als wir oft glauben. Nicht immer können wir bestimmen, was geschieht. Doch wir können entscheiden, wie wir es sehen, welche Bedeutung wir ihm geben, welche Farbe wir ihm verleihen.

 

Vielleicht ist das neue Jahr wie ein unbemaltes Bild, das auf uns wartet. Wir tragen die Farben bereits in uns. Manche sind kräftig, andere zart, manche vertraut, andere neu. Es liegt an uns, wie wir sie mischen, welchen Ton wir hervorheben, welchen wir zurücknehmen.

So wird das Jahr nicht einfach „geschehen“. Es entsteht auch aus unserem Blick, aus unserer Haltung, aus dem, was wir bewusst wahrnehmen.

 

 

Möge das Jahr 2026 voller Farben sein, die dein Herz stärken.
Mögest du dich erinnern, dass du selbst bestimmst, welche Schattierungen dein Leben prägen.
Und mögest du in jedem Tag einen Moment finden, der dich daran erinnert, die Welt in deinem Licht, und in deinen eigenen Farben, zu sehen.